Vorteile und Nutzen der Irisdiagnose
Die Irisdiagnose ist eines der bedeutendsten Diagnosetools in der Naturheilkunde.
Ursprünglich gegründet wurde sie in Ungarn von einem Arzt namens Ignaz von Péczely, der eine Eule mit einem gebrochenen Bein beobachtet und dabei entsprechende Veränderungen in ihrer Iris gesehen haben soll. Beobachtungen gehen jedoch noch viel weiter in der Geschichte zurück. Über die Jahre hat sich die Methode dank einiger Heilpraktiker weiterentwickelt und verfeinert. Zu den wichtigen Wegbereitern gehören Josef Deck, Josef Angerer und Joachim Broy. Heute ist sie eines der Hauptdiagnosetools in der ganzheitlichen Therapie.
Sie ist eine Reflexzonendiagnose. Ähnlich wie bei der Fussreflexzonentherapie werden bestimmten Bereichen der Iris Organe zugeordnet, anhand derer Rückschlüsse auf das jeweilige Organ gezogen werden. In der Praxis sieht man in der Iris die Funktionsweise des Stoffwechsels und Krankheitsneigungen, aber auch die erworbenen Schwächen und wie das System auf Reizeinflüsse reagiert. Daher ist sie sowohl in der Therapie als auch in der Prävention von grosser Bedeutung. Sie gibt Aufschluss darüber, mit welcher Grundkonstitution ein Mensch geboren ist, wie der Stoffwechsel auf Reize von innen und aussen reagiert und welche Krankheitsneigungen jemand hat.
Um an das Beispiel aus dem vorherigen Blog anzuknüpfen: Wenn man den Menschen mit einer Pflanze vergleicht, sieht man in der Irisdiagnose, welcher Pflanzenart oder Pflanzenfamilie man angehört. So gesehen versteht es sich von selbst, dass eine Tomatenpflanze andere Ansprüche an Boden, Temperatur und Wärme hat als ein Apfelbaum, der ohne Probleme das ganze Jahr draussen stehen kann.
Für mich ist genau das ein wichtiger Grundstein und die Basis meiner Arbeitsweise. Denn um mit einem Menschen zu arbeiten, ist es für mich essenziell zu wissen, welche Bedürfnisse sein Stoffwechsel hat. Doch wie sieht das konkret in der Praxis aus? Jemand kommt mit Nackenverspannungen in die Praxis und ist ein sogenannter spastischer Typ. Er benötigt Druck, um in die Entspannung zu kommen. Sehr wahrscheinlich wird er eine Triggerpunktbehandlung bevorzugen, weil seine Muskeln erst dann die Spannung loslassen. Bei einem neurogenen Typ hingegen reagieren die Muskeln mit Spannung auf die Spannung im Nervensystem. Bei diesem Typ kann es durchaus sein, dass er nach einer sanften Entspannungsmassage keine Verspannungen mehr hat. Daraus ergibt sich auch die Erkenntnis, dass Menschen auf Lebensstilanpassungen sehr unterschiedlich reagieren. Tut es jemandem gut, morgens joggen zu gehen, wird er dadurch wacher und produktiver durch den Tag gehen. Für die Kollegin, der er von seinem Erfolg erzählt und die er zum Joggen mitnimmt, kann es hingegen genau das Gegenteil bewirken – auch wenn beide bei bester Gesundheit sind. Sie kann ein anderer Typ sein, dessen Stresshormone, wie beispielsweise beim glandulären Typ, Ruhe benötigen, um reguliert in den Tag zu starten. Für das eigene Gesundheitsverständnis ist es deshalb von grossem Nutzen zu wissen, welche Bedürfnisse der eigene Körper grundsätzlich hat. Das hilft, Fragen zu beantworten wie: «Meine Kollegin hat mit XY so viel abgenommen. Weshalb kann ich nicht auf dieselbe Weise abnehmen?» oder «Mein Kollege nimmt XY durch den Winter, mir hat es aber gar nichts gebracht.»
Natürlich verlässt man sich bei einer naturheilkundlichen Begleitung niemals nur auf die Zeichen der Irisdiagnose. Dazu kommen die Informationen aus der Anamnese und die Zungendiagnose. Die Zungendiagnose gibt Auskunft über den momentanen Gesundheitszustand. Eine Aussage könnte beispielsweise lauten: «Ja, intensiver Sport ist für deinen Stoffwechsel grundsätzlich wichtig und richtig. Momentan dominiert jedoch eine Schwäche. Wir werden zuerst an der Substanz und am Energielevel arbeiten, bevor intensiver Sport wieder regenerativ wirken kann.» Mehr dazu im nächsten Blog.
Quellen
Online https://www.naturheilkunde.de/naturheilverfahren/irisdiagnostik.html https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/naturheilkunde/behandlungsformen/irisdiagnose
Bücher Fridemann Garvelmann: Konstitutionsmedizin. Bacopa Verlag
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.